Schwächen im Bewerbungsgespräch: So antworten Sie 2022!

Katrin Plangger

Schwaechen Vorstellungsgespraech

Schwächen im Bewerbungsgespräch: Wie Sie die Frage aller Fragen im Vorstellungsgespräch souverän beantworten

Ein Bewerbungsgespräch ist für viele Menschen eine Stresssituation. Insbesondere die Frage nach den Schwächen bereitet vielen Kopfzerbrechen: Was will der Arbeitgeber alles von mir wissen bzw. was will der Interviewpartner von mir hören? Wie ehrlich darf ich sein? Welche Schwäche sollte ich im Bewerbungsgespräch lieber nicht zugeben? Darf ich an dieser Stelle auch einen Lacher bringen?
Gut zu wissen, dass Sie sich auf viele Fragen und insbesondere auf die Frage nach den Stärken und Schwächen gut vorbereiten können. Lesen Sie hier, wie die Recruiter die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch meist verpacken und wie Sie souverän antworten.

Weshalb wird die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch gestellt?

Um überzeugende Antworten geben zu können, hilft es, den Sinn der Frage zu verstehen. Durch eine derartige Frage will man nicht nur hören, was Sie sagen, sondern auch wie Sie darauf reagieren und ob Sie gut vorbereitet sind. An Ihrer Argumentation wird man sehen, welches Potenzial in Ihnen steckt. Die Fragenden wollen meist zwischen den Zeilen hören, inwieweit Sie zur Selbstreflektion fähig sind und ob Sie sich mit Ihren Schwächen auseinandersetzen. Idealerweise arbeiten Sie aktiv an Ihren Schwächen oder haben sie bereits erfolgreich überwunden. Dann will man hören, wie Sie das geschafft haben.
Nobody is perfect! Nur wenn Sie über eine realistische Selbstwahrnehmung verfügen, können Sie sich persönlich weiterentwickeln. Sie werden v.a. wegen Ihrer Stärken und Kompetenzen eingestellt und nicht, weil Sie keine Schwächen haben. Vorausgesetzt, die Stärken, die Sie mitbringen sind für Ihren Wunschjob relevant und die Schwächen fallen nicht besonders ins Gewicht.

Wie wird die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch formuliert?

Meist kommt die Frage nach den Schwächen inkognito, d.h. verpackt oder auf Umschweifen daher. Die Interviewer verwenden aber auch andere Tricks, um herauszufinden, in welchen Bereichen Sie ein Manko haben. Eine Möglichkeit dies zu tun sind sogenannte Skalenfragen. Sie werden dann nach Eigenschaften oder Kenntnissen gefragt und sollen diese auf einer Skala von … bis … einordnen. Alle Antworten, die einen niedrigeren Wert erhalten, werden dann als vermeintliche Schwäche interpretiert. Vermutlich wird dann weiter nachgebohrt, was es mit diesem niedrigen Wert auf sich hat bzw. wie sich dies in der Berufspraxis äußert.

Hier einige Beispiele, wie man indirekt nach Schwächen fragen kann:

  • Wo sehen Sie bei sich persönlich noch Entwicklungspotenzial?
  • Welche Stärken hat Ihre Chefin/Ihr Chef, die Ihnen fehlen?
  • Was kritisiert Ihre Chefin/Ihr Chef, Ihr Team, Ihre Kunden, … an Ihnen?
  • Was haben Sie getan, um sich persönlich weiterzuentwickeln?
  • Wenn ich Ihre ehemaligen Vorgesetzten anrufe und sie frage, was Sie an sich verbessern können: Was würden diese mir sagen?
  • Wie konfliktscheu (eigeninitiativ, …) sind Sie auf einer Skala von 1-10?
  • Welche Eigenschaft an Ihnen würden Sie am liebsten ablegen?

Wie antworte ich auf die Frage nach den Schwächen im Bewerbungsgespräch?

Diese drei Tipps helfen Ihnen bei der Antwort:

  1. Ihre Antwort sollte ernstgemeint und authentisch sein. Verzichten Sie auf Floskeln, wie z.B. „Ich habe eine Schwäche für Chips“. Vermeiden Sie typische Schwächen, die jeder im Internet nachlesen kann. Sie sollten auch nicht den Seelenstripper spielen, der Details seiner Persönlichkeit preisgibt. Machen Sie sich ernsthafte Gedanken zu diesem Thema und überlegen Sie, wie Sie die Schwäche(n) gut darstellen können.
  2. Zeigen Sie auf, wie Sie mit einer Schwäche umgehen, wie Sie sie bewältigen oder wie sie die Schwäche erfolgreich überwunden haben. Daran sehen die Recruiter, dass Sie bereit sind sich weiterzuentwickeln.
  3. Als Schwäche sollten Sie niemals Eigenschaften, fehlende Kenntnisse oder Qualifikationen nennen, die für die angestrebte Tätigkeit von Bedeutung sind.

Welche Schwächen kann ich im Bewerbungsgespräch nennen? Eine Liste mit Beispielen und Ideen

  • Vor Publikum sprechen / Lampenfieber
  • Nicht gerne telefonieren / Kaltakquise
  • Namen schlecht merken können
  • Schwer lesbare Handschrift
  • Gutmütigkeit / Nicht Nein sagen können
  • Direktheit / Offenheit
  • Durchsetzungsvermögen
  • Extrovertiert
  • Ruhig / Zurückhaltend / Introvertiert
  • Networking / Small talk
  • Zu viel gleichzeitig erledigen wollen
  • Chaotisch / Ordnungsmuffel
  • Fehlender Orientierungssinn
  • Zu ehrgeizig
  • Lücken bei Fremdsprachen
  • Wissens- oder Qualifikationsdefizite in Bereichen, die für den Traumjob nicht relevant sind

Abgedroschen sind demgegenüber Schwächen wie Perfektionismus, Workaholic oder Ungeduld. Auch die Antwort „Ich habe keine Schwächen“ oder „Mir fallen keine ein“ wird die Interviewenden nicht zufriedenstellen.

Wie stelle ich eine Schwäche gut dar?

Am besten kommt es bei Ihrem Gegenüber an, wenn Sie die Schwäche anhand eines Beispiels aus Ihrem Arbeitsalltag schildern. Heißt konkret, wie Sie damit umgehen bzw. wie Sie die Schwäche im Griff haben. Sollten Sie die Schwäche bereits erfolgreich überwunden haben, dann zeigen Sie auf, was Sie konkret dafür getan haben.

Übrigens: Defizite im Bereich der Zusatzqualifikationen oder EDV-Kenntnisse können z.B. durch Weiterbildungen leicht wettgemacht werden. Diese Weiterbildungen könnten beispielsweise vor Jobantritt absolviert werden.

Um die Schwäche zu schmälern dürfen Sie ruhig Worte wie „manchmal“, „gelegentlich“ oder „hin und wieder“ benutzen oder Einschränkungen vornehmen, z.B. „Vor einem größeren Publikum bekomme ich Lampenfieber, aber im Team kann ich ganz locker präsentieren“.

Wie finde ich gute Beispiele für Schwächen?

Falls Sie selbst keine Ideen haben oder nur Schwächen finden, die bei Ihrem Traumjob ein Aus bedeuten würden, dann fragen Sie doch einfach vertraute Menschen nach ihrer Einschätzung. Oder schauen Sie sich folgende drei Beispiele an, um eine Idee zu erhalten, wie Sie das Ganze formulieren könnten. Sie sollten allerdings Beispiele anderer nicht einfach übernehmen. Nutzen Sie Ihre eigenen Worte und Ideen, um authentisch rüberzukommen.

  • „Während meiner Masterarbeit musste ich viel Recherche im stillen Kämmerlein betreiben und habe gemerkt, dass ich nicht so der Einzelkämpfer bin. Mir fällt es leichter, in einem Team zu arbeiten. Hier bin ich motivierter bei der Sache.“
  • „Manchmal fällt es mir schwer, schriftliche Texte zu verfassen und die Dinge auf den Punkt zu bringen. Mir fällt der persönliche Austausch mit Menschen wesentlich leichter. Im Gespräch mit den Kunden kann ich viel besser die richtigen Worte finden und überzeugen.“
  • „Ich bin eher ein kreativer Mensch. Da kann es in einer kreativen Phase auch manchmal etwas chaotisch auf meinem Schreibtisch aussehen. Wenn aber ein Projekt beendet ist, sorge ich für Ordnung, um für neue Gedanken und Ideen frei zu sein.“

Welche Beispiele fallen Ihnen ein?

Sie sehen: Mit einer guten Vorbereitung können Sie auf diese typische Frage souverän antworten.

Und: Übung macht den Meister! Wenn Sie auf weitere spannende Fragen passende Antworten parat haben und Ihr nächstes Gespräch richtig gut vorbereiten wollen, dann buchen Sie jetzt das Vorstellungsgesprächstraining. Damit Sie die Entscheiderinnen und Entscheider überzeugen!

Bildquelle: canva.com

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